Milch 
ohne Gentechnik

Wie kam die MEG zur Milcherzeugung ohne Gentechnik?

Seit dem 18. April 2004, mit Inkrafttreten der neuen Gentechnik-Kennzeichnungs-Verordnung, waren plötzlich nahezu alle Zukauf-Kraftfuttermittel für Kühe mit dem Zusatz „hergestellt aus genetisch veränderten Bestandteilen“ auf dem Lieferschein versehen; das war vielen MEG-Bauern ein Dorn im Auge.

Etwa zeitgleich trat die Upländer Bauernmolkerei aus Willingen-Usseln an die MEG heran, da sie eine Gruppe von aufgeschlossenen, konventionellen Bauern suchte, die zur Erzeugung von Milch ohne Gentechnik bereit waren.

Nach fast einjähriger Diskussion und Abstimmung, unzähligen Gesprächen mit Futtermittelherstellern und umfangreichen fachlichen sowie juristischen Recherchen haben sich am 26.01.2005 alle MEG-Mitglieder gegenüber der Upländer Bauernmolkerei vertraglich zur Erzeugung von Milch ohne Gentechnik verpflichtet.

Usselner Molkerei

Milcherzeugung ohne Gentechnik, das bedeutet...

  • die Milchkühe werden nur mit Futtermitteln gefüttert, die gemäß der Gentechnik-Kennzeichnungs-Verordnung keine gentechnisch veränderten Bestandteile enthalten und nicht damit hergestellt wurden.
     
  • der Milcherzeuger baut auf seinen Ländereien keinerlei gentechnisch veränderte Pflanzen an.
  • das bei den Tieren eingesetzte Mineralfutter sowie die Arzneimittel enthalten keine Gentechnik.
     
  • die Einhaltung der Richtlinien wird nach einem genau vorgegebenen Muster dokumentiert und von einer unabhängigen Stelle regelmäßig im Betrieb kontrolliert.
     
  • für den Mehraufwand bei Fütterung, Haltung und Dokumentation erhält der Milcherzeuger von der Molkerei einen Zuschlag auf das Milchgeld, dessen Höhe u.a. von der Entwicklung der Verbrauchernachfrage abhängt.

Seit dem 20.06.2005 wird die Milch ohne Gentechnik der MEG unter dem Namen „Bergweide“ im Lebensmitteleinzelhandel vermarktet, zunächst in 300 tegut-Filialen in Hessen und Umgebung, inzwischen auch in vielen REWE-, Globus- und nordrhein-westfälischen LIDL-Märkten.

Mit der Bergweide-Milch ohne Gentechnik trägt die MEG gemeinsam mit der Upländer Bauernmolkerei dazu bei, den scheinbar unaufhaltsamen Einzug der Gentechnik in die Landwirtschaft zumindest zu bremsen. Durch die Nachfrage nach Futtermitteln ohne Gentechnik werden inländische Futtermittelhersteller diesbezüglich sensibilisiert, und auf internationaler Ebene werden Länder gestärkt, in denen Bauern ebenfalls bewusst auf gentechnisch veränderte Pflanzen verzichten wollen (z.B. in Österreich, Schweiz oder Polen sowie speziell beim Anbau von Sojabohnen in Teilen von Brasilien).

Der dauerhafte Erfolg der Bergweide-Milch liegt nun vor allem in den Händen der Verbraucher, die durch ihr Einkaufsverhalten darüber entscheiden werden, ob sich  die Milch ohne Gentechnik am Markt durchsetzen kann.


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